Mittwoch, 25. November 2009

Flashback : 2006


Wie schön es doch ist, beim Surfen im Internet auf liebe alte Zeitgenossen zu stoßen. Menschen, die einen in einer Phase des Lebens begleitet haben, bei Höhen und Tiefen einen aufbauen oder weiter runtergebringen konnten.

Mit Wiederentdeckung dieser Person kehren auch so manchen Erinnerungen zurück. In meinem Falle hat mir heute Missy Higgins einen Flashback ins Jahr 2006 versetzt. Schön wars, hach ja...aber auch ein wenig traurig.






Und ein Jahr später...

Dienstag, 17. November 2009

Ein Nachmittag in Berlin

Mit besonders offenen Augen laufe ich nun durch die Straßen Berlins nach Hause. Ich komme gerade aus der Ausstellung Backjumps Volume 4 im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien - zum Thema Urban Art.
In der nun vierten Ausgabe des Backjumps Ausstellungsprojekts dreht sich alles um das Thema „Ausgangspunkt Stadt“. Sieben in Berlin lebende Künstler zeigen hier, dass, wie es in der Pressemitteilung heißt, „sie jeweils Strategien der Selbstbehauptung und des Freiheitswillens für sich in Anspruch nehmen und ergreifen.“ Sich die Freiheit in ihrer Stadt nicht nehmen lassen, ohne Einschränkungen.

Das bedeutet z.B. bei der tollen Arbeit „Zwischenzeit“ von Matthias Wermke und Mischa Leinkauf, mit einer selbstgebauten Draisine, zwischen Nacht und Tag, durch das Berliner U-Bahn und S-Bahnnetz zu fahren. In diesem ruhigen, für die sonst so belebte Stadt fast ausgestorbenen Zeitraum scheint es, als wäre der Protagonist auf seinem Fahrzeug der Herr der Stadt, der sich frei aller sonst im verbotenen liegenden Wege bedienen kann. Präsentiert in einer 3-Kanal-Videoinstallation entsteht so eine „Poesie des Untergrunds“, „die vor allem durch eine unbändige Radikalität und einen unbegrenzten Freiheitsdrang sichtbar wird“. Nebenbei frage ich mich, wie lange die Künstler wohl die Fahrpläne der BVG ausgeklügelt haben, um in aller Ruhe durch U-Bahn Schächte und über S-Bahn Brücken zu fahren...großartig!

Matthias Wermke & Mischa Leinkauf: “Zwischenzeit“, 2008


Von Brad Downey sind gleich drei Arbeiten zu sehen, wobei die für mich interessanteste Aktion bereits im Jahre 2008 stattgefunden hat und nun in Form eines Films, in eine Installation integriert, zu sehen ist. „Don´t worry about that shit, René. Dedicated to Eulenspiegel.“ entstand, als elf ausgewählte Künstler im Auftrag von Lacoste im KaDeWe jeweils ein Schaufenster gestalten sollten. Bei Downey jedoch hätte man sich denken können, dass dies nicht so leicht vonstatten geht. "If youre going to employ a vandal, youre going to get a vandal“, wie sein Künstlerfreund Dave the Chimp sagt.
Denn Downey „gestaltete“ nicht das Schaufenster von innen, sondern nahm sich der Fassade des KaDeWe an - in Lacoste-Grün und mithilfe eines Feuerlöschers. Verweigert er sich nun in radikalster Weise als Künstler von der Marke Lacoste „gekauft“ zu werden, oder ging der Schuss nach hinten los und lieferte er dem KaDeWe und Lacoste eine ungewollte, aber trotzdem zahlreiche Publicity? „Guerilla-Marketing oder Protest?“ fragte sich damals auch die Taz.


Also: Am Besten selbst anschauen und drüber nachdenken! Weitere Arbeiten gibt´s außerdem von: Pigenius Cave, RZM (RitscheZastMarien) noch bis zum 27. November zu sehen.

Montag, 16. November 2009

Was hätte Charles Bukowski wohl in sein Blog eingebettet? Ein Fragenkatalog zur Kurzgeschichte 2.0

Im Twitterzeitalter sind wir gezwungen, uns kurz zu fassen. Oder anders ausgedrückt, die Dinge auf den Punkt zu bringen. In wenigen Zeichen. Verlieren die Nachrichten aufgrund der Kürze denn auch an Tiefe? Oder splittet das Netz unsere bekannte Mitteilungsgewohnheit lediglich auf? Im Bereich Kommunikation werden zwar wirklich kürzere Texte produziert, die Quantität dieser Produkte steigt jedoch aufgrund unzähliger Kanäle und Mitteilungsoptionen. Die Mitteilung eines üblichen Briefs oder Zeitungsartikels kann im Blog so in die einzelnen Bausteine eines Flickr-Fotos, Youtube-Films und einer kurzen Textnachricht zerfallen.

Doch wie wirken sich diese neuen Umgangsformen der Kommunikation auf den Bereich der Literatur aus? Verändert die Splitter-Bausteinmitteilung auch unsere Wahrnehmung der unzähliger Informationen im Netz in Bezug auf die Konzentrationsfähigkeit beim Lesen von Texten, va. wenn sie online publiziert sind? Schaffen wir es nicht mehr, uns auf lange Texte einzulassen? Was ist mit den alten Sehgewohnheiten, die sich immer noch nicht gänzlich daran gewöhnt haben, lange Texte auf einem Bildschirm anstatt auf Papier zu lesen (auch wenn das E-Book ja zumindest optisch in eine augenfreundliche Richtung strebt)?

Dies soll keine Diskussion um die Frage sein, ob Romane oder lange Erzählungen durch das Internet bedroht sind. Es ist lediglich ein Gedankenspiel, denn auch an mir selbst beobachte ich: es fällt mir immer schwerer, mich auf lange Texte zu konzentrieren, gerade wenn ich online bin.

Schaffen Kurzgeschichten es, die mediale Lücke zwischen alten und neuen Publikationsformaten zu schließen? Ist die Popularität von Online-Kurzgeschichten die logische Konsequenz einer gesellschaftlichen Veränderung, gerade im Bereich der Nutzungsgewohnheiten? Kurzgeschichten waren und sind immer noch populär. Auch und gerade in der Populärkultur, jedenfalls meiner Meinung nach. In einem Artikel der Zeit über das Online-Literaturmagazin electricliterature.com klingt es jedoch so, als bräuchte die Kurzgeschichte einen Rettungsanker. Den sie im Online-Bereich gefunden zu haben scheint.

"Unsere Mission ist es, der Kurzgeschichte zu einer starken Stellung in der Popkultur zurückzuverhelfen, mithilfe neuer Medien und innovativer Vertriebswege", heißt es auf der Website. ‘Innovativ‘ bedeutet hier: lustvoll die Möglichkeiten des Internets durchprobieren, Erzählungen aus allen medialen Kanälen feuern, möglichst offen, zugänglich und unprätentiös."


Die neue Kurzgeschichte also soll über neue Vertriebswege funktionieren. Dies soll die Veränderung sein - ein „neues“ Online-Marketing. Doch funktioniert die „alte“ Kurzgeschichte im Umfeld neuer Medien?
Da werden also einmal vertrieblich die einzelnen Kanäle genutzt (vielleicht z.B. als Leseproben über Twitter?), aber va. interessant ist, wie und ob diese neuen Möglichkeiten den Text an sich verändern. Bleibt das Format das gleiche, oder nutzt auch die Kurzgeschichte 2.0 (so wie der twitter-Roman) die äußeren Möglichkeiten des Netzes, um sich inhaltlich umzustrukturieren? Durch Nutzung aller Kanäle?

Ich frag mich, was Charles Bukowski wohl in seine Web 2.0 Kurzgeschichten eigebettet hätte. Also virtuelle Bausteine zur Konstruktion einer neuen Form des Erzählens? Oder ist das zu viel, braucht eine Erzählung lediglich Text, um nicht zum virtuellen Bilderbuch oder Filmchen zu werden, dass unserer Phantasie keinen Freiraum mehr gibt?
Zumindest auf seinen Publikations- und Vertriebswegen ist das electronicmagazin.com virtuell untewegs, wie und ob sich dadurch auch die Arbeitsweise der Autoren ändert, gilt zu beobachten. Auf einen Versuch käme es jedoch mal an...meiner momentan sinkenden Aufmerksamkeitsspanne kann es nur dienlich sein.

Sonntag, 15. November 2009

Einmal virtueller Fleischwolf, bitte!

Was ist nur los, an diesem verk (ehr) aterten Sonntag?! Der sprichwörtliche „Knick in der Optik“ könnte zwar daran Schuld sein, dass ich glaube, die Schrift auf dem Display meines Handys falschrum und auch noch spiegelverkehrt zu sehen, aber bei facebook hatte sicherlich ein Anderer seine Finger im Spiel. Bitteschön:

Im facebook-Account ganz nach unten scrollen, am linken unteren Rand die Sprachfunktion klicken und zu English (upside down) oder!! English (pirate) wechseln.

Von „upside down“ hab ich heute die Nase voll, deshalb fiel meine Wahl auf „pirate“.
Bedeutet: Ich bin nun eine Lady, geboren im Marrrch, die auf dem Homeport neben News Ahoy auch noch die Tales o´th´High Seas lesen kann....mehr will ich aber jetzt erstmal nicht verraten, bitte selber ausprobieren und mit viel Abenteuerlust die Untiefen der virtuellen facebook-Meere erkunden...jaja...leider hat mir mein Handy diese Wahlmöglichkeit nicht gelassen. Schön blöd, vodafone.

Samstag, 14. November 2009

Britspotting

Dieser fast sommerliche Herbstsamstag lädt zwar zu ausschweifenden Spaziergängen ein, kann aber auch gut "Indoor" verbracht werden. Für Frischluft-Faule hier der Tipp des Tages: das Britspotting-Filmfestival (british & irish filmfestival, 13.-18. November), im Kino Babylon Mitte und im Filmcafé.
www.britspotting.de
Hier die für mich am interessantesten klingenden Filme des Tages:

1. Was experimentelles:
16:00 (Kino Babylon Mitte): The Contemporary Unspeakable: Three Films by Vivienne Dick (in Anwesenheit von Vivienne Dick)

2. Was abenteuerliches:
18:00 (Babylon): WAVERIDERS




3. Was mit Sex:
20:00 (Babylon): A COMPLETE HISTORY OF MY SEXUAL FAILURES




4. Was gruseliges um Mitternacht. Achtung: Premiere!
24:00 (Babylon): COLIN (in Anwesenheit des Hauptdarstellers Alastair Kirton)

Scheint wie der perfekte Film für alle "Shaun of the Dead"-Fans:





Zusätzlich gibt´s dann noch ein Kurzfilmprogramm und außerdem ist´s heute ja noch längst nicht vorbei..!

Freitag, 13. November 2009

Melancholie und Gesellschaft

An einem melancholischen Tag das PeterLicht Konzert "Melancholie und Gesellschaft" als Rettungsanker zu sehen, kann auch ganz schön in die Hose gehen...Chance auf Besserung 50:50, würde ich sagen.
Doch im großartigen Ambiente des Deutschen Theaters war die Stimmung umso lockerer, umso mehr auf der Bühne schief lief: Textaussetzer, Verspieler...aber umso mehr gute Laune und weniger Melancholie meinerseits. Mehrere Zugaben und eine fröhliche Stimmung des Publikums beim Verlassen des Theaters, auch beim Nick Hornby Leser aus der Reihe hinter mir. Klischee? Vielleicht. Nur meiner Sitznachbarin hat das ganze nicht gefallen, sie hat den Raum frühzeitig verlassen..."NEIN NEIN NEIN, NEIN NEIN, NEIN NEIN NEIN, NEIN NEIN, NEEEEEEIIIIN, NEIN NEIN."

Donnerstag, 12. November 2009

platz für waz

Ja, auch schlechte Reime benötigen Raum. Die Freiheit nehme ich mir.

Manche würden mich als "arbeitssuchend" einstufen, oder "ohne Festanstellung". Ich betrachte die Medaille momentan lieber von der anderen Seite und lebe frei. Deshalb: keine Verpflichtungen, gegenüber Niemandem. Deshalb: schlechte Reime. Deshalb: viele andere Dingen/Gedanken/Beobachtungen, die keinem Konzept folgen.
Auch wenn sie´s eigentlich doch tun, man wird sehen, "special interest" und so, ne?!

Und weil gestern die 5. Jahreszeit eingeläutet wurde schließe ich mit: Helau! Helau! Helau!