Wünschen wir uns mehr Urbanität für unseren Lebensraum? Oder doch mehr Natur? Wie könnte eine ausgewogene Mischung namens urbaner Natur aussehen?
Realstadt - Wünsche als Wirklichkeit. Im Kraftwerk Berlin Mitte veranschaulichen ca. 250 Architektur- und Stadtmodelle sowie 65 Projekte in Wort und Bild den zutiefst urbanen Wunsch nach Veränderung und den Energien, die dafür nötig sind.
Das Kraftwerk Berlin Mitte, erbaut im Jahre 1961, bietet mit seinem industriellen Flair, hohen Betonwänden, offen liegende Stahlträger und Turbinengebläse genau die richtige Umgebung, um eine Vielzahl von Architekturmodellen aufzubauen und zu inszenieren.
An diesem Dienstag Vormittag in Berlin fühlt man sich so richtig wohl in der Rolle des urbanen Penners, der seinen Laptop einmal zugeklappt hat, um sich in einem coolen, zweckentfremdeten Industriegebäude, gleich neben dem Tresorclub, über Wünsche, Vorstellungen und Utopien von Stadtentwicklung zu informieren. Denn neben dem eigenen, auch durch sich selbst gentifizierten Kiez, geht es doch um die ganze Stadt, oder zumindest um eine Idee von dieser.
Was zunächst nach einer trockenen Spielzeuglandschaft aus Architekturmodellen aussieht, überrascht bei genauer Betrachtung zunehmends: Utopien von Berlin um das Jahr 2053 à la Metropolis, eine Modelvorstellung des ideal bebauten Ostberlins noch aus DDR-Zeiten, Waldstücke zwischen Wohnsiedlungen, bunte Fantasiegebäude in schrillen Farben....der Besucher wandert durch Städte in der Stadt. In Liegestühlen kann Interviews mit Stadtplanern, Architekten und Kulturvermittlern gelauscht und über deren persönliche Meinung, was Stadt nun überhaupt war, ist und werden soll, nachgedacht werden.
Wie sieht die ideale Stadt aus? Eine Mischung aus grüner Umgebung und urbanem Angebot? Oder fließen die Grenzen ineinander? Urbane Natur oder grüne Urbanität? Denn "grün" meint mehr als Parks und Freiflächen zum Abschalten und Ausspannen, "grün" meint auch den Raum zur Entfaltung eigener Ideen. Geht es um das Äußere - Beton vs. Bäume, oder doch um das Miteinander, die Teilhabe und die Mitgestaltung des eigenen Lebensraums?
"Realstadt zeigt Stadtentwicklung als Projekt vieler Akteurinnen und Akteure. Sie kommen zu Wort - mit alltäglichen Wünschen und mit spektakulären, idealistischen und wirtschaftlich motivierten, mit dem Wunsch nach Schönheit und jenem nach Teilhabe."
Ideen gibts, Antworten aber natürlich nicht, denn die muss, wie immer, jeder für sich selbst finden.
Realstadt. Wünsche als Wirklichkeit, vom 02.10. - 28.11.2010 im Kraftwerk Mitte in Berlin.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen